"Der Mensch hat dreierlei Wege
klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste."
Konfuzius  
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Berufsbegleitende Zusatzqualifizierung
Zertifizierte Ausbildung in Mediation 2013

Bei Mediation handelt sich um einen Weg der Konfliktlösung, der in vielen Arbeitsfeldern und Lebensbereichen erfolgreich angewendet werden kann. Mediation heißt wörtlich übersetzt Vermittlung. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die MediatorInnen helfen den Konfliktbeteiligten, eine einvernehmliche Lösung ihrer Konflikte zu finden. Aufgabe der MediatorInnen ist es also nicht, ein Urteil zu sprechen oder einen Schiedsspruch zu fällen; vielmehr geht es darum, die Konfliktparteien (mittels Empowerment, Allparteilichkeit und geeigneten Gesprächsführungsmethoden) zu unterstützen, selbstständig und eigenverantwortlich eine ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechende faire, genaue, klare und nachhaltige Konfliktlösung zu erarbeiten.
Mediation hat in Deutschland einen „Siegeszug“ durch verschiedene Felder angetreten und ist inzwischen besonders in der Familienmediation (bei Trennung und Scheidung), Arbeitsplatzmediation, in Wirtschaftsmediation, Schulmediation, im Täter-Opfer-Ausgleich sowie in der interkulturellen Mediation weit verbreitet. Die Zusatzausbildung orientiert sich an den Standards des Bundesverbandes Mediation e.V. (BM) und wird entsprechend anerkannt bzw. zertifiziert. Bereits während der Ausbildung wird Mediation praktiziert und werden Falldokumentationen erstellt.

Ziele
In der vorliegenden, konzeptionell ausgereiften und bewährten Ausbildung (in Kooperation von INPUT e.V. und dem langjährig tätigen und erfahrenen Mediationsinstitut KOMED www.komed-muenchen.de) werden die TeilnehmerInnen befähigt, als MediatorInnen in den o. g. Feldern frei- oder nebenberuflich tätig zu werden oder die erworbenen Kompetenzen innerhalb der eigenen Institution, in Schule, Jugendhilfe etc., im Rahmen von Konfliktmanagement z.B. in der Personalarbeit, oder als Betriebs- und Personalrat, als Leiter/in etc. anzuwenden. Die Ausbildung ist als Modulsystem aufgebaut. Diese Konzeption ermöglicht auch denen die Teilnahme, die nicht die gesamte Ausbildung absolvieren wollen, sich aber für ein einzelnes Seminar interessieren.

Inhalte der Kursblöcke:

Modul 1 Mediation? Was ist das? Grundlagenseminar
Modul 2 Alle reden von Gesprächsführung: Lösungsorientierte Gesprächsführung
Modul 3 Kultur des Streitens/Konfliktstrategien/Die Illusion der Neutralität
Modul 4 Mobbing und andere Nettigkeiten. Mediation am Arbeitsplatz
Modul 5 Macht, Liebe, Geld !? (Trennungs-/Scheidungsmediation)
M odul 6 Systemisches Arbeiten in der Mediation (am Beispiel Schule): Mediatoren statt Gladiatoren. Mediation in der Schule
Modul 7 Mediation und Moderation bei Konflikten in Gruppen und Teams
Modul 8 Abschlusskolloquium: „Hier stehe ich und will nicht anders“

Modul 1 Mediation? Was ist das?
• Sinn und Zweck der Mediation
• Chancen und Grenzen der Mediation
• Arbeitsformen und Methoden der Mediation
• Phasenmodell der Mediation
• Einsatzgebiete der Mediation
• Theorie des Konflikts; verschiedene Konfliktformen
• Erstgespräche und Kontraktgestaltung in der Mediation

Modul 2 Alle reden von Gesprächsführung! Doch wer tut es?
• Axiome, Methoden und Fragetechniken der (systemischen) Gesprächsführung
• Gesprächshaltung, Selbst- und Fremdwahrnehmung
• Menschenbild und Methoden der klientenzentrierten Gesprächsführung
• Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
• Gesprächsführung „in Bewegung“: Freude an der Lösungsorientierung mit kreativ-analogen Methoden
• Vertrauensbildende Maßnahmen, Körpersprache und Rapport
• Mediationsrollenspiele und kollegiale Beratung
- Akquise von Fällen

Modul 3 Kultur des Streitens (Konfliktstrategien)/Die Illusion der Neutralität
- Funktion und positive Aspekte des Konflikts
- Das Harvard-Konzept: Verhandlungsoptionen und -übungen
- Modell der Konflikteskalation und -deeskalation
- Psychosoziale Fallen und kognitives Dilemma
- Definition und Verständnis von Neutralität und Allparteilichkeit
- Vereinnahmungstendenzen in der Mediation und mögliche Interventionen
- Neutralität im eigenen Normen- und Wertesystem
- Wut- und Ärgermanagement

Modul 4 Mobbing und andere Nettigkeiten. Mediation am Arbeitsplatz
• Mobbing, Definition und Abgrenzung von Arbeitsplatzkonflikten
• Arbeitsplatzkonflikte – Ursachen und Formen
• Rollenklärung
• Wirkprinzipien und hierarchische Einbindung von Arbeitsplatzkonflikten
• Arbeitsplatzkonflikte als spezifisches Arbeitsfeld der Mediation: systemischer Hintergrund und Auftragsklärung
• Arbeit an Fällen der TeilnehmerInnen (Fallbesprechungen)
• Dienst-/Betriebsvereinbarungen und Mediation; innerbetriebliche Schlichtungsmodelle
• Arbeitsrechtlicher Hintergrund bei Konflikten/Mobbing

Modul 5 Macht, Liebe, Geld? (Trennungs- und Scheidungsmediation)
• Lebenszyklen und Krisen in der Partnerschaft
• Trennungsphasen und die Frage von Schuld im Partnerschaftskonflikt
• Belastungen und Dynamik von Trennung, sowie die Wirkung auf den Mediationsprozess verstehen
• Aspekte des Ehe-/Familienrechts in der Trennungs-/Scheidungsmediation
• Mediationsphasen in der Trennungs- und Scheidungsmediation
• Eigenerfahrung: mögliche Blockaden, Umgang mit heftigen Emotionen
• Wie Kinder Trennung und Scheidung erleben und bewältigen können
• Mediationsrollenspiele

Modul 6 Systemisches Arbeiten in der Mediation (am Beispiel Schule): Mediatoren statt Gladiatoren. Mediation in der Schule
• Zum Wirkgefüge von Organisation und Mediation
• System Schule und Schulkultur
• Prinzipien und Arbeitsansätze der systemischen Organisationsentwicklung für die Mediation
• Besonderheiten in der Mediation mit Kindern und Jugendlichen
• Peer Education und Peer Mediation – Streitschlichtermodelle exemplarisch als systemische Schulentwicklung verstanden und praktiziert
• Phasen der Etablierung von Schülerstreitschlichtungsprojekten
• Eignung, Auswahl, Ausbildung und Coaching der Peer MediatorInnen
• Chancen und Grenzen von Schulmediation

Modul 7 Mediation und Moderation bei Konflikten in Gruppen und Teams
• Phasen der Gruppenmediation
• Methoden und Werkzeuge für Teams und Gruppen
• Merkmale der Entwicklung von Gruppen
• Bedürfnisse in und Erfahrungen mit Gruppen
• Besonderheiten in der Mediation von Großgruppen

Modul 8 Abschlusskolloquium: „Hier stehe ich und will nicht anders“
• Eigene Standortbestimmung und Perspektiven als MediatorIn
• Best of: Methodenkoffer der Mediation
• Die Gestaltung von Abschlüssen und Abschieden in der Mediation
• Besprechung/Auswertung der geleisteten Fallarbeit und -dokumentationen
• Feedback der AusbilderInnen zu Persönlichkeit, Stärken und Potential der TeilnehmerInnen
• Evaluation der Gesamtausbildung
• Aushändigung der Teilnahmebescheinigungen oder Zertifikate

Bestandteile Die Ausbildung umfasst 180 (ohne Supervision) bzw. 210 Zeitstunden (mit Supervision): 160 Seminarstunden (120 davon entfallen auf Grundlagen der Mediation, 40 auf spezifische Einsatzgebiete bzw. auf Vertiefungsseminare in speziellen Feldern der Mediation wie z.B. Arbeitsplatzmediation, Trennungs- und Scheidungsmediation, Schulmediation), 20 Stunden kollegiale Beratung/Intervision (selbstorganisiert, kostenfrei), 30 Stunden Supervision (Voraussetzung für die Teilnehmer/innen, welche die Zertifizierung durch den Bundesverband Mediation e.V. anstreben).

Methoden Eine lebendige, aktivierende und erfahrungsorientierte Weiterbildungsarbeit, die aus interessanter Abwechslung von theoretischer Wissensvermittlung, praktischen Übungen, Rollenspiel, Planspiel, Skulpturarbeit, Kleingruppenarbeit, Plenumsdiskussion besteht. Es werden besonders Methoden aus der Systemtheorie, der humanistischen Psychologie (Familientherapie, Transaktionsanalyse, non-direktive Gesprächsführung), der Organisationsentwicklung und dem kreativ-analogen Arbeiten vermittelt und angewandt.

Zielgruppe Fachkräfte aus unterschiedlichen Branchen (aus dem Profit- wie dem Nonprofitbereich): (Sozial-)Pädagog/innen, Moderator/innen, Psycholog/innen, Jurist/innen, Erzieher/innen, Berater/innen, Betriebs- und Personalräte, Leiter/innen, Mitarbeiter/innen im Personalwesen usw.

Teilnahmevoraussetzung Mindestens 3-jährige Berufserfahrung, Bereitschaft zur Eigenerfahrung, Teilnahme an einem kostenlosen Vorgespräch zum Kennenlernen und zur Erwartungsabklärung

Referent/innen
Anja Köstler, Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Mediatorin und Ausbilderin für Mediation BM, Team- und Organisationsentwicklung
Angela Maier, Dipl.-Sozialpädagogin (BA), Supervisorin (DGSv), Lehrsupervisorin, Mediatorin und Ausbilderin für Mediation BM
Iris Fillie Utz, Dipl.-Sozialpädagogin, M.A. Mediation, Familien- und Paartherapeutin (DGSF), Mediatorin (BM), Supervisorin
Georg Vogel, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), Mediator und Ausbilder für Mediation (BM), Familientherapeut (DGSF), Supervisor (DGSv)

Abschluss Teilnahmebescheinigung oder Zertifikat von KOMED. Die Anerkennung und Zertifizierung durch den Bundesverband Mediation e.V. kann auf dieser Basisi dannindividuell beantragt und erhalten werden.

Organisatorisches

Dauer: Die Zusatzausbildung umfasst acht Module (24 Tage).
Beginn:2013
Teilnehmer/innen: maximal 18
Ort: München (S-Bahn-Bereich)
Kosten: 3297,– EUR (ohne Supervision); zahlbar in drei Raten. Die Zertifizierung bei KOMED kostet 50,– EUR Bearbeitungsgebühr. Die Ausbildung ist für TeilnehmerInnen aus der Kinder- und Jugendhilfe/-arbeit umsatzsteuerbefreit. Für die Teilnahme an einzelnen Modulen beträgt der Preis je Seminar 415,00 Euro.
Informationsabend: wird noch bekannt gegeben
Anmeldeschluss: wird noch bekannt gegeben
Info/Anmeldung: Georg Vogel, KOMED München, Brucknerstr. 24, 81677 München, Tel. (089)74793004, GeorgVogel@t-online.de, www.komed-muenchen.de

     
 
     
     
INPUT e.V. | Sandstr. 41 | 80335 München | fon 089.291.604.63 | fax 089.291.344.5 | mail info@inputseminare.de